Prof. Dr. Hans Haffner

Hans Haffner wurde am 8. November 1912 als drittes von fünf Kindern des Pfarrers Christian Haffner und seiner Frau Gertrud in Nördlingen geboren. Nach seiner Gymnasialzeit in Lindau und Regensburg studierte er ab 1931 an der Universität München bevor er 1933 an die Universität Göttingen wechselte.

1934 begann Haffner mit der Arbeit an seiner Dissertation, die die fotografische Fotometrie des offenen Sternhaufens Praesepe zum Thema hatte. Von dieser „Himmelskrippe“ M41 wertete er Fotoplatten aus, die im Blaubereich aufgenommen wurden. Durch diese Arbeit lernte er Otto Heckmann kennen, der am gleichen Objekt den Rotbereich untersuchte. Beide Wissenschaftler erreichten bei ihrer Arbeit eine beachtenswerte Genauigkeit, die erst Jahrzehnte später wieder durch fotoelektrische Methoden erreicht wurde.

Mit Beginn des 2. Weltkriegs wurde Haffner eingezogen. Der Leiter der Münchner Sterwarte Karl-Otto Kiepenheuer konnte aber erreichen, dass Haffner an das neu gegründete Wendelstein-Observatorium zur Sonnenüberwachung abkommandiert wurde, wo Haffner die nächsten fünf Jahre den Aufbau dieser Einrichtung leitete.

Nach dem Krieg kehrte er an das Astronomische Institut der Universität Göttingen zurück und nahm die fotometrische Untersuchung von verschiedenen Sternhaufen wieder auf. 1953 wurde er zum Professor für Astronomie an die Universität Hamburg berufen. Dort arbeitete er wieder mit Otto Heckmann zusammen, der noch während des Kriegs Direktor der dortigen Universitätssternwarte Hamburg-Bergedorf geworden war.

In den Jahren 1955 und 1956 so wie von 1957 bis 1959 war Hans Haffner in Südafrika und fertigte am Boyden Observatorium in Bloemfontein, dessen Superintendent er in dieser Zeit war, fotometrische Aufnahmen verschiedener Sternhaufen an. Darüber hinaus erstellte er Atlanten des Südhimmels mit Blau- und Infrarotaufnahmen und der südlichen Milchstraße. Nach seiner Rückkehr an die Sternwarte Hamburg-Bergedorf übernahm er ab 1960 den Vorsitz der Astronomischen Gesellschaft.

Als Otto Heckmann 1962 Direktor der neu gegründeten Europäischen Südsternwarte ESO wurde, übernahm Haffner für ihn kommissarisch die Leitung der Universitätssternwarte Hamburg-Bergedorf bis 1967.
In diesen Jahren beschäftigte er sich wissenschaftlich vor allem mit der Mondoberfläche und gab zusammen mit Albert Eisenhut einen Bilderatlas des Himmels heraus. 1967 erhielt Hans Haffner einen Ruf auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Astronomie der Universität in Würzburg. Voller Tatendrang baute er den Lehrstuhl auf und modernisierte die Universitätssternwarte an der Keesburg.

Um den Jahreswechsel 1971/72 war er zusammen mit Heckmann in La Silla in Chile um ein neues Teleskop der ESO in Betrieb zu nehmen. Im Anschluss reiste er nochmals für einen Forschungsaufenthalt nach Bloemfontein.

Durch einen Hirntumor verlor er 1973 seine Sehkraft, die er aber nach einer operativen Entfernung des Tumors wieder erlangen konnte. Die Operation erbrachte aber keine dauerhafte Genesung. Nachdem er Ende 1976 erneute erblindete erlag Hans Haffner am 23. Februar 1977 seinem Krebsleiden.