Sternwarte

SternwarteGeschichte

Geschichte

Entstehung der Hans-Haffner-Sternwarte

Neben Biologie, Chemie und Physik ist Astronomie die vierte klassische Naturwissenschaft.

So gehörte die Astronomie von Anfang an zum Schülerlabor am FKG, wenn auch zu Beginn nur mit einem einzigen kleinen Teleskop: Einer der ersten Gegenstände, die für das Labor beschafft wurde war ein Newton-Teleskop mit 20 Zentimeter Spiegeldurchmesser auf einer Dobson-Montierung.

Mit der Zeit wuchs der Wunsch nach besseren Beobachtungsmöglichkeiten und so kam die Idee auf, eine Sternwarte zu bauen.

Aufgrund der Lichtverhältnisse schied das Schulgelände als möglicher Standort aus. Auf der Suche nach einem geeigneten Gelände fanden wir im damaligen Bürgermeister von Hettstadt, Eberhard Götz, von Anfang an einen enthusiastischen Förderer, und das nicht nur weil etwa zehn Prozent der Schüler des FKG aus der Gemeinde Hettstadt kamen.

So wurde in den Jahren 2007 bis 2009 in der Gemarkung der Gemeinde Hettstadt die Sternwarte des Schülerlabors errichtet.

Da für dieses Projekt keinerlei öffentliche Mittel zur Verfügung standen, war die Errichtung der Sternwarte nur in großer Eigenleistung durch Schüler und Lehrer in enger Kooperation mit Eltern und weiteren außerschulischen Partnern aus Industrie und Handwerk in die Tat umzusetzen. Dabei haben Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer von Beginn der Planungsphase an gleichberechtigt im Team mitgewirkt.

Das Grundstück erwarb die Gemeinde Hettstadt eigens für die Errichtung der Sternwarte und überließ es dem Naturwissenschaftlichen Labor für Schüler am FKG e.V. in Erbpachtrecht für einen symbolischen Erbpachtzins. Auch bei den Baumaßnahmen und der Bereitstellung der nötigen Infrastruktur unterstützte die Gemeinde das Projekt tatkräftig.

Die Planung übernahm ein Architekt aus dem Elternbeirat des FKG. Die Partnerfirma des FKG, der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG, erklärte sich bereit, die Kuppel unentgeltlich zu bauen. Das Konstruktionsteam aus Ausbildern, Ingenieuren und Werkberufsschülern der Koenig & Bauer AG wurde durch ein Würzburger Ingenieur-Büro verstärkt.

Ein Maurermeister aus der Elternschaft des FKG sorgte für die fachliche Expertise und lenkte den Tatendrang der unzähligen Helfer in die richtigen Bahnen. Zudem führten er und seine Mitarbeiter die komplexeren Arbeiten aus.

Auf dem Baugrundstück wandelte sich sehr schnell die Rollenverteilung zwischen Lehrern und Schülern hin zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe. In zunehmendem Maße übernahmen die Schülerinnen und Schüler in Eigenregie Teilaufgaben, auch im Bereich der Arbeitsorganisation.

Das große Engagement der Schülerinnen und Schüler, die an Nachmittagen, Wochenenden und vor allem in den Ferien an der Errichtung der Sternwarte arbeiteten, erleichterte es, weitere Kooperationspartner zu finden. Hervorgehoben sei an dieser Stelle, dass alle externen Partner unentgeltlich oder zum Selbstkostenpreis gearbeitet haben.

Einweihung der Hans-Haffner-Sternwarte

So konnte die Sternwarte nach Monaten harter Arbeit rechtzeitig zum Ende des Internationalen Jahrs der Astronomie 2009 am 18. Dezember 2009 eingeweiht werden. An diesem Tag wurde das Projekt einer breiten und interessierten Öffentlichkeit sowie Vertretern aus Wissenschaft und Politik präsentiert und zugleich den externen Partnern öffentlich gedankt. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Matthias Steinmetz, Direktor des Astrophysikalischen Instituts in Potsdam und Vorsitzender des Verbands deutscher Sternwarten.

Im Verlauf des Jahres 2010 wurden die Teleskope in der Sternwarte installiert, eingerichtet und justiert. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Lehrstuhls für Astronomie der Universität Würzburg. Auch in dieser Phase waren wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler engagiert dabei.

Das erste Hauptinstrument war ein Schmidt-Cassegrain-Teleskop LX 200 der Firma Meade mit einem Spiegeldurchmesser von 30 cm.

Seit dem Wintersemester 2010/11 führt der Lehrstuhl für Astronomie einen Teil der praktischen Ausbildung der Studenten an der Sternwarte durch. Zu den Seminaren und Übungen sind immer auch Schülerinnen und Schüler eingeladen. Speziell Lehramtsstudierende können so in die fachliche Betreuung einzelner Teilprojekte einbezogen werden und auf diese Weise schon während des Studiums Erfahrungen im Umgang mit Schülerinnen und Schülern sammeln.

2011 entstand die Idee, die Schüler auch in die Wissenschaftliche Forschung des Lehrstuhl mit einzubinden. Aus dieser Überlegung heraus entwickelte sich das Projekt „Helligkeitsschwankungen Aktiver Galaxienkerne“.

Um die dafür nötigen CCD-Aufnahmen sinnvoll realisieren zu können, war das vorhandene Teleskop zu klein.

Nachdem einige Anträge zur Finanzierung eines größeren Teleskops nicht erfolgreich waren, konnte schließlich aus Mitteln der Universität Würzburg ein Teleskop mit Montierung beschafft werden, das Anfang 2012 in Betrieb genommen wurde.

Durch die enge partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Schülerlabor und dem Lehrstuhl für Astronomie profitieren beide Seiten: Das Schülerlabor erhält Zugriff auf hochwertige astronomische Apparaturen des Lehrstuhls und dieser Zugang zu einer Sternwarte mit sehr guten Beobachtungsbedingungen. Das ist insofern bedeutsam, da Würzburg ansonsten nur eine Volkssternwarte hat, die in mittlerweile stark bebautem Gebiet liegt und damit auf Grund der vorhandenen Lichtverschmutzung nur mit Einschränkungen genutzt werden kann.

2016 wurde die Partnerschaft auf eine festes Fundament gestellt. Durch einen Kooperationsvertrag wurde die seit 2012 nach Prof. Dr. Hans Haffner benannte Sternwarte zur Schul- und Universitätssternwarte.

2017 wurde die Hans-Haffner-Sternwarte um ein drei Meter Radioteleskop erweitert.