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Zwei neue Pilzkulturen im Schülerlabor etabliert

 

links: Kulturen von Claviceps purpurea, rechts: Kulturen von Trichoderma reesei

Im Schülerlabor konnten zwei weitere Sterilkulturen von Pilzen etabliert werden. Zum einen Kulturen vom Mutterkornpilz Claviceps purpurea und zum anderen von Trichoderma reesei.

Der Mutterkornpilz, der zur Gruppe der Schlauchpilze gehört, parasitiert auf Getreideähren, vor allem auf denen von Roggen. Das bläulich-schwarze bis zu vier Zentimeter lange Mutterkorn ist ein Dauerstadium (Sklerotium), mit dem der Pilz den Winter übersteht. Dieses enthält ein Gemisch von einigen Dutzend zum Teil hoch toxischen Alkaloiden.

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit hat der Verzehr von mit Mutterkorn befallenem Getreide das sogenannte Antonius-Feuer verursacht. Ein an der heute Ergotismus genannten Krankheit Leidender wurde von Matthias Grünewald auf der zweiten Rückseite des Isenheimer Altars dargestellt.

Später wurden Mutterkornextrakte auf Grund ihrer gefäßverschließenden Wirkung zum Blutstillen nach einer schweren Geburt eingesetzt.

Die nun etablierten Linien sollen zum einen auf ihre Alkaloidzusammensetzung, als auch hinsichtlich der enthaltenden Farbstoffe analysiert werden.

Sie wurden uns von der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Humpf von der Universität Münster zur Verfügung gestellt.

Trichoderma reesei gehört ebenfalls zu den Schlauchpilzen. Er zeichnet sich durch eine hohe Produktion von Cellulasen aus, also Enzymen, die Cellulose, die Gerüstsubstanz von pflanzlichen Zellwänden, abbauen.

Hier ist das Ziel, diese Cellulasen zu isolieren und diese dann für weitere Experimente einzusetzen.

Die Kultur von Trichoderma wurde uns von der Arbeitsgruppe von Frau Prof. Dr. Agler-Rosenbaum vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie in Jena zur Verfügung gestellt.