Geschichte

In den Jahren 2007 bis 2009 wurde auf der Gemarkung der ca. 10km westlich von Würzburg gelegen Gemeinde Hettstadt die Sternwarte des Naturwissenschaftlichen Labors für Schüler am FKG e.V. errichtet.

Da für dieses Projekt keinerlei öffentliche Mittel zur Verfügung standen, war die Errichtung der Sternwarte nur in großer Eigenleistung durch ein Schüler-Lehrer-Team in enger Kooperation mit Eltern und weiteren außerschulischen Partnern aus Industrie und Handwerk in die Tat umzusetzen. Dabei haben Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer von Beginn der Planungsphase an gleichberechtigt mitgewirkt.

Ein geeignetes Grundstück hat die Gemeinde Hettstadt (aus der ca. 10% der Schülerinnen und Schüler des FKG kommen) eigens für die Errichtung der Sternwarte erworben und dem Naturwissenschaftlichen Labor für Schüler am FKG e.V. in Erbpachtrecht für einen symbolischen Erbpachtzins überlassen. Auch bei den Baumaßnahmen und der Bereitstellung der nötigen Infrastruktur unterstützte die Gemeinde das Projekt tatkräftig.

Die Planung übernahm ein Schülervater, der Architekt ist und im Elternbeirat des FKG aktiv war. Die Partnerfirma des FKG, der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG, erklärte sich bereit, die Kuppel unentgeltlich zu bauen. Das Konstruktionsteam aus Ausbildern, Ingenieuren und Werkberufsschülern der Koenig & Bauer AG wurde durch ein Würzburger Ingenieur-Büro verstärkt.

Auf dem Baugrundstück wandelte sich sehr schnell die klassische Rollenverteilung zwischen Lehrern und Schülern hin zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe. In zunehmendem Maße übernahmen die Schülerinnen und Schüler in Eigenregie Teilaufgaben, auch im Bereich der Arbeitsorganisation.

Das große Engagement der Schülerinnen und Schüler, die an Nachmittagen, Wochenenden und vor allem in den Ferien an der Errichtung der Sternwarte arbeiteten, erleichterte es, weitere Kooperationspartner zu finden. Hervorgehoben sei an dieser Stelle, dass alle externen Partner unentgeltlich oder zum Selbstkostenpreis gearbeitet haben.

So konnte die Sternwarte rechtzeitig zum Ende des Internationalen Jahrs der Astronomie 2009 am 18.12.2009 eingeweiht werden. An diesem Tag wurde das Projekt einer breiten und interessierten Öffentlichkeit sowie Vertretern aus Wissenschaft und Politik präsentiert und zugleich den externen Partnern öffentlich gedankt. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Matthias Steinmetz, Direktor am Astrophysikalischen Institut in Potsdam und Vorsitzender des Verbands deutscher Sternwarten.

Im Verlauf des Jahres 2010 wurden die Instrumente in der Sternwarte installiert, eingerichtet und justiert. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Lehrstuhls für Astronomie. Auch in dieser Phase waren wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler engagiert dabei.

Ab dem Sommersemester 2011 wird der Lehrstuhl für Astronomie einen Teil der praktischen Ausbildung der Studenten an der Schulsternwarte des FKG durchführen. Zu den Seminaren und Übungen sind dann immer auch die Schülerinnen und Schüler eingeladen. Speziell Studierende des Lehramts können so in die fachliche Betreuung einzelner Teilprojekte einbezogen werden und auf diese Weise schon während des Studiums Erfahrungen im Umgang mit Schülerinnen und Schülern sammeln. Durch die enge partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Schülerlabor und dem Lehrstuhl für Astronomie profitieren beide Seiten: Das Schülerlabor erhält Zugriff auf hochwertige astronomische Apparaturen des Lehrstuhls und dieser Zugang zu einer Sternwarte mit sehr guten Beobachtungsbedingungen. Das ist insofern bedeutsam, da Würzburg ansonsten nur eine Volkssternwarte hat, die in mittlerweile stark bebautem Gebiet liegt und damit auf Grund der vorhandenen Lichtverschmutzung nur mit starken Einschränkungen genutzt werden kann. Die neue Sternwarte des Schülerlabors in Hettstadt leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Daneben werden Eltern und die Öffentlichkeit regelmäßig zu Führungen in die Sternwarte eingeladen. Auch hier werden die Schülerinnen und Schüler mit Führungsaufgaben betraut. So werden die Schülerinnen und Schüler angespornt, sich intensiv mit Astronomie auseinander zu setzen. Dabei üben sie ganz ungezwungen das Präsentieren und Darbieten naturwissenschaftlicher Sachverhalte. Daneben können die Schülerinnen und Schüler eigene Beobachtungsergebnisse der Öffentlichkeit vorstellen.